
Gesichtspiercing – alle Arten
Gesichtspiercings haben von allen Piercings den stärksten Einfluss auf die Alltagsfunktion. Sprache, Mimik, Essen und Mundhygiene, weshalb die Auswahl des Einstiegsschmucks hier wichtiger ist als beim Ohr oder Körper. Die Gruppe umfasst 11 Typen: Nasenpiercings (Nasenloch, hohes Nasenloch, Septum, Nasenpiercing), Mundpiercings (Labret, vertikales Labret, Medusa, Monroe, Smiley), Augenbrauen und Zunge. Die meisten heilen schneller als Ohrknorpelpiercings, erfordern jedoch eine andere, strengere Hygiene – insbesondere im Mundraum.
Nos (Nasenloch)
Klassisches Nasenpiercing. Das beliebteste Gesichtspiercing. Zu Beginn wird ein Hufeisen oder eine einfache Nadel mit Kegel verwendet; Ring erst nach der Heilung anlegen, da die Beweglichkeit des Schmucks den Prozess verlängert und das Risiko einer Narbenbildung (Keloid) erhöht.
Hohes Nasenloch
Ein Nasenpiercing, das höher als ein normales Nasenloch und näher am Nasenrücken angebracht ist. Eine weniger beliebte, aber zunehmend gewählte Variante, oft kombiniert mit dem klassischen Nasenloch in einer Komposition. Aufgrund des härteren Gewebes in diesem Bereich dauert die Heilung etwas länger als beim Standard-Nasenloch.
Septum
Durchstechen des sogenannten „Sweet Spot“ der Nasenscheidewand – eines dünnen Gewebebandes zwischen Knorpel und Knochen, nicht des Knorpels selbst. Mäßiger Schmerz, entgegen der landläufigen Meinung nicht extrem.
Brücke
Ein oberflächliches horizontales Piercing auf dem Nasenrücken zwischen den Augen. Es verläuft durch eine Hautfalte, nicht durch tieferes Gewebe oder Knochen. Aufgrund der oberflächlichen Beschaffenheit des Piercings besteht ein hohes Risiko der Migration (Schmuckverschiebung) und der Extrusion.
Augenbraue (Augenbrauenpiercing)
Oberflächenpiercing um das Auge. Schmuck geht flach durch eine Hautfalte und ist daher anfälliger für eine Migration als Piercings durch Knorpel oder tieferes Gewebe.
Labret (Lippenpiercing)
Piercing unter der Unterlippe. Eines der bekanntesten Gesichtspiercings. Aufgrund des engen Kontakts zu Zähnen und Zahnfleisch ist zunächst ein Labret mit einer flachen Scheibe auf der Innenseite zwingend erforderlich, niemals eine Kugel. Bei längerem Tragen schädigt die seitlich am Mund angebrachte Kugel den Zahnschmelz und lässt das Zahnfleisch zurückgehen.
Vertikales Labret
Ein vertikales Piercing durch die Lippe, wobei zwei Schmuckenden sichtbar sind. Einer am oberen Rand der Lippe, der andere im Mund (nicht durch die gesamte Lippe).
Medusa (philtrum)
Ein einzelnes Piercing in der Rille über der Oberlippe (Philtrum), auf der Achse der Gesichtssymmetrie. Wie ein Labret erfordert es ein Labret mit einer flachen Innenscheibe, um Zahnfleisch und Zähne nicht zu beschädigen.
Monroe
Ein Piercing der Oberlippe an einer Stelle, die ein Muttermal imitiert, meist auf einer Seite (der Name bezieht sich auf das charakteristische Muttermal von Marilyn Monroe). Sie ähnelt kosmetisch der Medusa, unterscheidet sich jedoch in ihrer Lage – seitlich, nicht auf der Symmetrieachse.
Smiley
Durchstechen des Frenulums der Oberlippe (die Membran, die die Lippe mit dem Zahnfleisch verbindet). Nur beim Lächeln sichtbar. Hohes Abstoßungsrisiko ohne entsprechende Pflege, da das Frenulum ein dünnes, bewegliches Gewebe ist, das beim Sprechen und Essen ständig Reibung ausgesetzt ist.
Zungenpiercing
Trotz starker Schwellung in den ersten Tagen heilt es überraschend schnell ab. Wirkung einer guten Durchblutung der Zunge und des Speichels mit antibakteriellen Eigenschaften. Beim Piercing kommt es in der ersten Woche aufgrund der Schwellung zu starken Beschwerden.